Controlling
Der Begriff Controlling kommt vom englischen Verb 'to control', das übersetzt etwa 'steuern' oder 'regeln' heißt (der deutsche Begriff 'kontrollieren' ist als Übersetzung zu schwach). Er bezeichnet einen Teilbereich der Unternehmensführung, der aufgrund der Komplexität ihrer Aufgaben gerade in größeren Unternehmen nicht mehr vom Management selbst getragen wird. Als Unterstützung wird aus diesem Grund ein Controller eingestellt oder eine eigenständige Abteilung eingerichtet, mit dem Hauptziel, die Vermögensmehrung des Unternehmens zu überwachen und zu gewährleisten.
Eine einheitliche Definition existiert in der Literatur nicht, anhand der Aufgaben lässt sich der Begriff des Controllings jedoch gut beschreiben. Diese Aufgaben lassen sich vier Funktionsbereichen unterordnen, der Planungs-, Informations-, Analyse- und Steuerungsfunktion. Nur bei ausreichender Berücksichtigung aller dieser Funktionen kann ein wirksames System entstehen.
Im Zuge der Planungsfunktion wird die Grundlage für alle späteren Unternehmensentscheidungen gelegt. Der Controller unterstützt die Unternehmensleitung dabei, 'Soll'-Werte für das Unternehmen zu postulieren, die Unternehmensziele. Ein gut durchdachtes Zielsystem ermöglicht dem Unternehmen, zielgerichtete Entscheidungen zu treffen.
Die Informationsaufgaben eines Controllers umfassen den Aufbau eines Informationssystems, das relevante Informationen regelmäßig an das Management weitergibt, die Aufbereitung und Komprimierung von Daten des Finanz- und Rechnungswesen, die mit den 'Soll'-Werten verglichen werden, und die Beratung des Managements bei der Entscheidungsfindung. Mithilfe dieser Funktion verbessert der Controller das Berichtswesen innerhalb des Unternehmens und sorgt so dafür, dass Störungen rechtzeitig erkannt werden und Entscheidungen unter Berücksichtigung aller ausschlaggebenden Faktoren getroffen werden.
Im Zuge der Analyse- oder Kontrollfunktion hat der Controller die Aufgabe, die Durchführung getroffener Entscheidungen und deren Auswirkungen zu überwachen. Hierzu werden die erwarteten Werte des Vorhabens mit den aktuellen Werten verglichen, damit notfalls rechtzeitig eingegriffen werden kann.
Wenn die Analyse der 'Ist'-Werte Abweichungen von den 'Soll'-Werten feststellt, hat der Controller die Aufgabe, dem Management geeignete Maßnahmen zum Korrigieren der fehlerhaften Werte vorzuschlagen. Mit diesem Instrument nimmt das Controlling direkten Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen.
Inwieweit der Controllinggedanke in einem Unternehmen umgesetzt wird, ist aufgrund der fehlenden Definition dem Unternehmen allein überlassen. So findet man sowohl Umsetzungen, bei dem der Controller kaum Einfluss auf die letztendliche Entscheidung hat, als auch extreme Varianten, bei denen der Controller einige Teilbereiche des Management komplett übernimmt und ohne Rücksprache mit dem Management über die Maßnahmen zur Korrektur entscheidet. Gerade in großen Unternehmen findet man auch ganze Hierarchien mit eigenen Unterbereichen für Marketing, Logistik, Personal, etc.
